Sind deine Gedanken (noch) frei? Chancen & Risiken moderner Hirnforschung

Am 04. November 2014 von 18.15 bis 20 Uhr in ZHG 105 (Zentrales Hörsaalgebäude der Uni Göttingen)

Die Diskutanten sind:

  • John-Dylan Haynes, Hirnforscher & Professor am Bernstein Center for Computational Neuroscience in Berlin
  • Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht & Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg sowie Mitglied des Deutschen Ethikrates
  • Moderation: Joachim Müller-Jung, Biologe, Journalist & Leiter des Ressorts „Natur und Wissenschaft“ bei der FAZ

2011 sorgte ein Forscherteam der Universität Berkeley für einen internationalen Aufschrei: Aus – unausgesprochenen – visuellen Wahrnehmungen von Testpersonen rekonstruierten die Forscher die dazugehörigen Bilder mittels eines Scanners (fMRT). Die Probanden bekamen zuvor kurze Hollywood-Filmsequenzen zu sehen und ein Computer rekonstruierte aus der Hirnaktivität der Probanden das Gesehene wieder zurück in ein Bild.

 

Sicher, die Bilder hatten noch nicht die Qualität der Original-Hollywoodschinken und die Rekonstruktion hätte auch noch manch anderes zeigen können, und dennoch: Den Phantasien waren nun keine Grenzen mehr gesetzt. Würde es bald möglich sein, beliebige Gedanken nur anhand von Hirnströmen auslesen zu können?
Wir wollen über die aktuellen und zukünftigen Möglichkeiten des sog. Neuroimagings oder Gedankenlesens sprechen mit: John-Dylan Haynes, der in Berlin am renommierten Bernstein Center for Computational Neuroscience selbst an vorderster Front an neuen Technologien des Gedankenlesens forscht. Ihm gegenübersitzen wird Reinhard Merkel, Jurist mit Forschungsschwerpunkt u.a. in den Neurowissenschaften. Er hat sich in den letzten Jahren insbesondere mit einem zukunftsnahen Anwendungsfeld des Gedankenlesens beschäftigt: der Kriminalistik. Er wird über Folgen und Entwicklungen Auskunft geben, u.a. ob wir bald in deutschen Gerichtssälen die Gedanken der Angeklagten auslesen und was wir machen, wenn dabei Gedanken ausgelesen werden, die gewissermaßen nur als Zufallsfund agieren. Moderiert wird die Veranstaltung von Joachim Müller-Jung, der das Wissenschaftsressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung leitet.

(Bildquelle: http://gallantlab.org/publications/nishimoto-et-al-2011.html)

Bericht des Göttinger Tageblatts, vom 07.11.2014

 

Impressionen:

   

 

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